Energiebilanz 6: Welche Strategie hat bei den Energieüberschüssen die Nase vorn?

Um es kurz zu machen: Seriöserweise muss man sagen, dass es keine eindeutige Antwort und damit keinen klaren Sieger gibt. Denn es gibt eine Reihe von Unklarheiten und auch widersprüchliche Angaben. Außerdem kommt es darauf an, welche Aspekte betrachtet werden.

GRUNDLAGE UMWELTANALYSE

Die Aussagen zu den Strom- und Wärmeüberschüssen und damit zur Einsparung von CO2-Äquivalenten sind mit einigen Unsicherheiten behaftet. Die beste Vergleichsbasis ist die Umweltanalyse von Born-Ermel (Drs. 1811289ED2). In Kapitel 6 Energie (S. 14 – 18) und Anlage 2 sind sowohl die möglichen Strom- wie auch die Wärmeeinsparungen aufgeführt. Allerdings stimmen sie nicht immer überein mit den anderen Untersuchungen für Salierweg und MVA-Strategie.

WER HAT DIE NASE VORN?

In der Umweltanalyse errechnen Born-Ermel

  • für Strom beim Salierweg eine Einsparung von 3 215 t/a (für die MVA nur 369 t/a).
  • Bei der Wärmeabgabe weisen sie für den Salierweg ein Potenzial von zusätzlich 3 542 t/a aus. Der Wert für die MVA liegt mit 7 819 t/a höher. Die Gutachter sehen jedoch bei allen Verbrennungsvarianten keine Möglichkeit, die Wärme zu nutzen (S. 14). Aber auch wenn das Wärmepotenzial berücksichtigt wird, wäre der Unterschied in der gesamten Einsparung zwischen Salierweg (6 757 t/a) und MVA (8 188 t/a) nicht sehr hoch.
Quelle: eigene Zusammenstellung aus Born-Ermel, Umweltanalyse, Anlage 2
Quelle: eigene Zusammenstellung aus Born-Ermel, Umweltanalyse, Anlage 2

In der Umweltanalyse werden außerdem kombinierte CO2-Einsparungen analysiert:

  • Wenn das gesamte Stadtgebiet Bonn betrachtet wird (also MVA und Salierweg zusammen) und falls die Wärmeüberschüsse realisiert werden könnten, schneidet die MVA-Strategie besser ab (12 720 t/a gegenüber 6 757 t/a für den Salierweg).
  • Vergleicht man darüber hinaus die Summen für alle Standorte einer der Strategien („globaler Bilanzraum“) und rechnet die Wärmeabgabe mit ein, sind die Unterschiede relativ gering (von minimal 32 016 t/a für Salierweg ohne Trocknung bis maximal 35 111 t/a Einsparung beim Kooperationsmodell). Die MVA-Variante kommt dabei nur auf Platz 3. Für die Erläuterung des so genannten „Bilanzraum global“ und die genauen Werte wird auf S. 3 und Anlage 2 der Umweltanalyse verwiesen.

WEITERE ASPEKTE FÜR DIE BEWERTUNG

Hinzu kommen Gesichtspunkte wie die Art der Energieüberschüsse. Am hochwertigsten und vielfältig einsetzbar ist Strom. An zweiter Stelle steht Hochtemperaturwärme, gefolgt von Niedertemperaturwärme, die vorrangig für Beheizung in einem begrenzten Umkreis einsetzt werden kann. Dies spiegelt sich auch in unterschiedlich hohen Energiepreisen wider. Dies wurde allerdings in den Gutachten nicht berücksichtigt.

Synergien wie die Verfügbarkeit von Faulgas aus den Kläranlagen (Salierweg, Düren) spielen ebenso eine Rolle wie die Verbingung zum Heizkraftwerk in Bonn – je nach Standpunkt wird dabei die Gewichtung wahrscheinlich unterschiedlich ausfallen …. MARCH 19, 2019

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.