Schadstoffe 1 – Schadstoff ist nicht gleich Schadstoff

Schadstoff ist nicht gleich Schadstoff. Wenn wir über Schadstoffe bei der Klärschlammverbrennung reden, gilt es daher genauer hinzuschauen. Schädigen die Substanzen die menschliche Gesundheit oder belasten sie „nur“ die Umwelt (also Boden, Luft, Gewässer) oder tragen sie zum Klimawandel bei? Verursachen sie eher Kopfschmerzen oder sind sie krebserregend, möglicherweise bereits in kleinen Mengen? Reichern sie sich in der Umwelt und im menschlichen Körper an? Und woher kommen die Schadstoffe?

Die Luftverschmutzung hat ganz unterschiedliche Auswirkungen. Smog beispielsweise ist Resultat von hohen Schadstoffkonzentrationen wie Schwefeldioxid und Stickstoffoxide. Besonders Menschen mit Erkrankungen der Atemwege leiden darunter. Im Extremfall kann es sogar zu Todesfällen kommen. Bekannt ist auch der „Saure Regen“, ein wichtiger Verursacher des „Waldsterbens“. Selbst Gebäude kann der saure Regen angreifen.

Bei der Klärschlammverbrennung geht es insbesondere um Luftbelastungen durch Luftschadstoffe und Treibhausgase. Sie stammen aus der Verbrennung und aus dem Transport des Klärschlamms. Damit spielt auch die Zusammensetzung des Klärschlamms eine Rolle (siehe Beiträge „Was ist drin im Klärschlamm?”).

LUFTSCHADSTOFFE KÖNNEN IN GERINGEN MENGEN KREBSERREGEND SEIN

Beim Menschen können Luftschadstoffe Beschwerden der Atemwege hervorrufen und das Zentralnervensystem beeinträchtigen. Besonders problematisch ist, dass Luftschadstoffe teilweise schon in geringen Mengen krebserregend sein können.

 Zu den wichtigsten Luftschadstoffen zählt das Umweltbundesamt

  • Ammoniak,
  • Benzol,
  • Feinstaub,
  • Benzo(a)pyren im Feinstaub,
  • Metalle im Feinstaub (z.B. Arsen, Blei, Cadmium, Nickel),
  • Kohlenmonoxid,
  • Schwefeldioxid,
  • Stickstoffoxide.

 TREIBHAUSGASE BEEINFLUSSEN VORRANGIG UMWELT UND KLIMAWANDEL

Treibhausgase führen zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre und sind wesentliche Ursache für den Klimawandel. Im Kyoto-Protokolle werde sechs Treibhausgase aufgeführt:

  • Kohlendioxid (CO2),
  • Methan (CH4),
  • Lachgas oder Distickstoffoxid (N2O),
  • fluorierte Treibhausgase (F-Gase): wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6),
  • Stickstofftrifluorid (NF3) wird seit 2015 ebenfalls einbezogen.

Kohlendioxid wird beim Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl und dem großflächigen Abholzen von Wäldern freigesetzt. Verursacher sind insbesondere Industrie, Energieerzeuger und der Verkehr. Land- und Viehwirtschaft tragen mit Gasen wie Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (Lachgas, N2O) zum Klimawandel bei.

Für die menschliche Gesundheit sind die Auswirkungen normalerweise weniger gravierend als bei den Luftschadstoffen. Typische Folgen sind vorübergehende Atembeschwerden, Schwindel oder Benommenheit.

EMISSIONEN STRASSENVERKEH

Rund 18 % trägt der Verkehrssektor zu den Treibhausemissionen bei und ist damit nach Energiewirtschaft und Industrie der drittgrößte Verursacher. 96 % hiervon gehen auf das Konto des Straßenverkehrs. Zwar ist der Ausstoß pro Fahrzeug gesunken. Da sich gleichzeitig die Zahl der Autos erhöht hat, lagen die absoluten Emissionen 2016 höher als 1990.

 EMISSIONEN AUS VERBRENNUNGSANLAGEN

Verbrennungsanlagen wie MVAs oder Wärmekraftwerke, die fossile Brennstoffe nutzen, stoßen Treibhausgase, allen voran Kohlendioxid, aus. Sie emittieren auch Luftschadstoffe wie Stickstoffoxide, Schwefeloxide und Quecksilber, Dioxine und Metalle wie Quecksilber.

Zur Situation in Bonn finden Sie Informationen in den Beiträgen zu Emissionen.

 QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

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